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Wandern in Småland: Meine liebsten Naturreservate

Småland. Das sind Wälder, die so dicht sind, dass wir das Blau des Himmels zwischen den Baumkronen manchmal nur erahnen können. Das sind uralte Bäume, mit deren Blättern und Nadeln die Sonne an den längsten Tagen ein Mosaik auf den Waldboden malt. Das sind mehr Seen, als wir zählen könnten. Småland, das sind die schönsten roten Schwedenhäuschen, eingebettet in die endlose Landschaft. Da sind sprudelnde Bäche, Elche, leuchtende Midsommar-Nächte und Wälder, die über glatte Felsen direkt in die Ostsee übergehen.

Oder auch ganz kurz gesagt:
Småland. Das ist die Bullerbü-Idylle, wie sie Astrid-Lindgren in ihren schönsten Geschichten beschreibt.

Wahrscheinlich reicht dieser eine Satz allein aus, und du fängst an, dir die Welt von Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga in Gedanken auszumalen. Und wenn sich zwischen die roten Holzhäuschen, die Erzählungen der schwedischen Autorin und die Wirklichkeit sicher ein paar Klischees gemischt haben, so sind viele ihrer mit Worten gezeichneten Bilder sehr real. Oder nein, das stimmt nicht ganz: denn das Bullerbü aus den Geschichten unserer Kindheit ist in Echt noch viel schöner. Weil wir dann auch hören, wie die Bäume leise im Wand rascheln, und wie die Blumenwiesen im warmen Sonnenlicht duften.

Småland liegt in Südschweden und ist ungefähr so groß wie Nordrhein-Westfalen. Queren wir Småland von seinem südwestlichsten Punkt bis hoch zu seinem nordöstlichsten, sind wir gut 300 Kilometer unterwegs. Dabei erkunden wir eine dünn besiedelte Naturlandschaft: während in Småland 24 Menschen auf einem Quadratkilometer leben, sind es in Nordrhein-Westfalen 515.

Was wir stattdessen sehen, sind vor allem Seen: davon gibt es in Småland mehr als 5.000. Wir werden auch merken, dass Småland immer hügeliger wird, je weiter wir in den Norden kommen. Dann haben wir das småländischen Hochland erreicht – hier sind die Seen verzweigter, die Hänge steiler, die Felsen höher. Und die Möglichkeiten, die uns diese Natur bietet, die sind schier unendlich.

Nun könnte ich von endlosen Radwegen schreiben, von Paddeltouren im Sonnenuntergang, von Boulderrouten an beeindruckenden Felsen – denn in dieser Region Schwedens gibt es kaum einen Outdoor-Traum, den wir uns nicht erfüllen können. Stattdessen aber möchte ich in diesem Beitrag von all den Wanderungen erzählen, die mich immer wieder aufs Neue verzaubern. Denn so habe ich Småland bisher am öftesten erkundet: zu Fuß. Und habe dabei ein paar ganz besondere Lieblingsorte gefunden. Sieh selbst.


Werbehinweis: Ich bin glücklich, dass ich mit komoot zusammenarbeiten darf. Dieser Artikel enthält bezahlte Werbung für diesen Kooperationspartner. Meine Meinung wird dadurch aber freilich nicht beeinflusst. Komoot habe ich schon vor dieser Zusammenarbeit genutzt, zum Beispiel, um die Etappen meiner Alpenüberquerung anzupassen.


Gränsö Naturreservat

Gränsö liegt nur einen Katzensprung von der beschaulichen Hafenstadt Västervik entfernt. Und die übrigens gehört zu den schönsten und gemütlichsten Städten überhaupt. Nicht nur, wenn man mich fragt, sondern auch, wenn man die Meinung aller Schweden heranzieht: Die nämlich haben Västervik schon mehrfach als Schwedens schönste Sommerstadt gewählt.

Das Gränsö Naturreservat ist so was wie der große Garten Västerviks. Nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, liegt Gränsö auf einer Halbinsel vor der Ostsee-Küste. Der Gränsö-Kanal trennt das Naturreservat vom Festland – dort startet auch der Gränsöleden: ein Rundwanderweg, der auf gut zwölf Kilometern um das gesamte Naturreservat führt. Immer entlang der Küste, die streckenweise hinter dem dichten Wald verborgen bleibt, bis wir sie wieder über große, flache Felsen erreichen. Das Meeresrauschen und das Kreischen der Möwen hören wir längst vorher.


Anreise: Das Gränsö Naturreservat liegt nur fünf Kilometer vom Stadtzentrum Västerviks entfernt, zwei Parkplätze liegen direkt am Kanal.

Wegetypen: Kleine Waldpfade, manchmal geht’s auch über Holzbohlen und flache Klippen am Ostseeufer.

Besonderheit: Badestellen gibt es einige, manche von ihnen haben sogar einen Sandstrand: Bondbacken, Sandvik und der Uferabschnitt beim Schloss.

Weitere Infos: Auf der Webseite von Västervik gibt es eine gute Übersichtskarte, dort sind auch alle Badestellen, Feuerstellen, Picknickplätze und Wege eingezeichnet.

Meine Lieblingstour habe ich in meinem komoot-Profil aufgezeichnet:

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Åsvikelandet & Torrö

Im südlichsten Teil des Schärengartens von Östergötland liegen vier Naturreservate direkt nebeneinander – gemeinsam bilden sie eines der größten, zusammenhängenden Naturschutzgebiete der Ostseeküste. Und es dauert gar nicht lange, bis wir genau das bemerken: dass die Region lange schon intensiv geschützt wird.

Die Wälder sind gespickt von altem Baumbestand, während sich die Vegetation immer wieder wandelt. Vögel flattern von Baumkrone zu Baumkrone, der Waldboden leuchtet in den schönsten Naturfarben. Und dazwischen immer wieder: Meeresrauschen.

Küstenwanderungen konnte ich bis dato immer schon viel abgewinnen – wahrscheinlich, weil bei mir das ultimative Freiheitsgefühl aufkommt, wenn mir der Wind um die Nase weht und der Blick nicht beim Horizont endet. Meine Wanderungen in den Naturreservaten Åsvikelandet und Torrö haben dennoch eine völlig neue Begeisterung in mir entfacht.
Ehrlich gesagt kann ich bis heute nicht beschreiben, was es genau ist – dieses Fleckchen Erde ist definitiv aber ein ganz besonderes. Und zwar zu jeder Jahreszeit.


Anreise: Ein Parkplatz befindet sich im Naturreservat Åsvikelandet, das wir noch vor Torrö erreichen. Torrö selbst hat keine Parkmöglichkeit und ist grundsätzlich nicht mit dem Auto erreichbar. Durch Åsvikelandet führt uns ein dreieinhalb Kilometer langer Forstweg über eine Brücke nach Torrö. Wobei es sich auch hier schon lohnt, die kleinen Wege abseits zu erkunden.

Wegetypen: Waldwege und kleine Pfade, ein bisschen Auf und Ab (für schwedische Verhältnisse) und immer wieder am Ufer entlang.

Besonderheit: Neben den ausgewiesenen Übernachtunsplätzen für Zelte gibt es das kleine Cottage „Lots“, das Gäste für mehrere Nächte buchen können.

Weitere Infos gibt es auf der Webseite der Provinz.

Meine Lieblingstour (eine davon) habe ich in meinem komoot-Profil aufgezeichnet:

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Norra Kvill Naturschutzgebiet

Neben all den Naturreservaten gibt es in Småland auch vier Nationalparks: Norra Kvill ist einer von ihnen. Damit ist Norra Kvill unter dem Titel des Beitrags hier zwar nicht ganz richtig am Platz – aber viel zu schön, um es in diesem Zusammenhang nicht zu nennen.

Der Nationalpark wird gerne als der Urwald Smålands bezeichnet: Der erste Teil steht bereits seit 1927 unter Schutz, Waldrodung gibt es schon seit 150 Jahren nicht mehr. Eine dichte Baumlandschaft, mit Moos überwachsene Felsen und wilde Seen zeichnen den Nationalpark aus. Am häufigsten wachsen dort Kiefern – einige von ihnen sind gut 350 Jahre alt.

Der höchste Punkt im Nationalpark ist der Idhöjden. Von dort aus haben wir ein Panorama über den ganzen Urwald.


Anreise: Der Nationalpark liegt dicht an der Straße zwischen Vimmerby und Norra Vi, etwa sieben Kilometer südlich von Ydrefors. Der Parkplatz ist ausgewiesen, dort gibt es außerdem eine Infotafel, eine Picknickecke und eine Toilette.

Wegetypen: Kleine, gut markierte Waldwege, die um zwei kleine Seen und auf den Aussichtshügel führen.

Besonderheit: Manche der alten Kiefern sind echte Riesen: mit einer Höhe von bis zu 35 Metern und einem Stammumfang von zweieinhalb Metern.

Weitere Infos gibt’s auf der Website der schwedischen Nationalparks

Segersgärde Naturreservat

Das Segersgärde Naturreservat liegt auf einer Landzunge zwischen zwei Meeresbuchten – zwischen Västervik im Süden und Gamleby im Norden. Es ist eine kleines, geschütztes Gebiet mit dichten Wäldern, vielen Orchideen und einer artenreichen Vogelwelt.

Die beiden Berge im Reservat (Berg ist wieder im schwedischen Sinn zu verstehen), Örnberget und Fruberget, sind hoch genug, um ein tolles Panorama über den Schärengarten und das Hinterland zu genießen.

Gleich neben Segersgärde liegt Kvarntorpet – beide Reservate sind über einen Weg miteinander verbunden. Auch in Kvarntorpet führt die Wanderung durch beschauliche Wälder bis zu Habors Klint: einem tollen Aussichtspunkt mit Blick über die Küste.


Anreise: Das Segersgärde Naturreservat liegt rund 13 Kilometer nördlich von Västervik. Der Parkplatz ist von der Straße zwischen Västervik und Gamleby, die über die Halbinsel führt (NICHT die Autobahn), ausgeschildert.

Wegetypen: Verwunschene Waldpfade, die Wege zu Örnberget und Fruberget führen über flache Felsen.

Besonderheit: Gleich hinter dem Parkplatz gibt es eine Picknickecke direkt am Meer.

Weitere Infos: Auf der Webseite von Västervik gibt es eine gute Übersichtskarte, dort sind auch alle Badestellen, Feuerstellen, Picknickplätze und Wege eingezeichnet.

Hästenäs kyrkskog Naturreservat

Versteckt und unscheinbar – und wenn wir es nicht gezielt ansteuern, dann würden wir im Hästenäs kyrkskog Naturreservat wohl nicht zufällig landen. Es ist eins von mehreren Schutzgebieten im dichten Wald von Småland, erreichbar über eine schmale, kurvige Straße. Mit ihr queren wir die provinziale Grenze zwischen Kalmar län, in dem der Großteil Smålands liegt, und Östergötlands län.

Vorbei an Weidegebieten führt uns der Wanderweg in Hästenäs kyrkskog immer tiefer in den Wald. Wir haben die Wahl zwischen verschiedenen Rundwegen, die uns über aussichtsreiche Hügel und an beschaulichen Seen vorbeiführen. Mit dem Duft der Kiefern in der Luft und den bunten Flechten am Boden wirkt der Wald aus wie aus einem Märchenbuch.

Insgesamt gibt es zehn Kilometer an markierten Wegen plus sechs Kilometer, die wir auf Forststraßen zurücklegen – und ein paar kurze Abstecher zu Aussichtspunkten oder dem kleinen See Svartgöl. Zwischen den Seen Sörgöl und Hästgöl gibt es außerdem ausgewiesene Picknickbereiche mit Feuerstellen.


Anreise: Einen kleinen Parkplatz gibt es an der Straße nordöstlich von Yxnerum – inklusive Übrsichtskarte und Picknicktisch. Außerdem können wir am kleinen Pier von Yxnerum starten.

Wegetypen: Der Hauptweg, der einmal quer durchs Reservat führt, ist ein breiter Forstweg. Die Wanderwege selbst sind gut markiert (außer die kleinen Abstecher). Manchmal dürfen wir uns über und um umgestürzte Bäume durchs Dickicht schlagen.

Besonderheit: Hästenäs kyrkskog liegt in einer Region mit einigen Naturreservaten – wer nach der Wanderung noch nicht genug hat, kann direkt weiterlaufen.

Weitere Infos gibt es auf der Webseite der Provinz.


Tipp: Eigene Wanderrouten planen mit komoot

Am liebsten nutze ich komoot, um neue Wanderungen zu planen. Dazu haben wir zwei Möglichkeiten:

Inspirieren lassen

Im Bereich Entdecken finden wir Tourenvorschläge aus der komoot-Community zum Nachmachen. Wir können uns entweder Inspiration für eine bestimmte Sportart anzeigen lassen (neben Wandern gibt es noch die Kategorien Fahrrad, Bikepacking, Laufen, Rennrad und Mountainbike). Oder aber wir lassen uns Tourenvorschläge für einen bestimmten Standort anzeigen. Zum Beispiel das Naturreservat xy, von dem wir auf einem Blog gelesen haben 🙃

Selbst planen

Der Routenplaner von komoot ermöglicht es uns sehr intuitiv, eigene Touren zu planen. Wie das genau funktioniert, habe ich in diesem Blogartikel beschrieben.

Das ist übrigens das, was ich am häufigsten mache: meine Wanderungen selbst planen. Weil wir so auf Wegen unterwegs sein können, die weniger begangen werden – und auch die Natur abseits der beliebten Routen entdecken.


Kennst du noch weitere Naturreservate in Småland, die eine Wanderung wert sind? Ich freu mich auf deinen Kommentar!

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